Die Schweizer Werbung bangt um Werbeverbote
Auf
Grund des Bundesgerichtsentscheides Anfang Juli, wird das
Tabakwerbeverbot im Kanton Genf erlassen. An diesem Entscheid
orientieren sich weitere Schweizer Kantone und wollen ebenfalls ein
Werbeverbot einführen. Die Schweizer Werbung ist gegen die
Einschränkung der Werbefreiheit und hat allen kantonalen Politikern ein
Argumentarium zugestellt. Werbung wirkt, das ist bekannt. Ob sie
Menschen verführt, ein Produkt zu konsumieren oder lediglich zur
Markenpositionierung und Marktanteilverlagerung dient, ist noch nicht
bewiesen. Das Bundesamt für Gesundheit sieht die Werbung klar als
beeinflussender Faktor für den Tabakkonsum, die Schweizer Werbung bangt
um Freiheit und Umsatz. (Marketing & Kommunikation, 26.9.02,
persönlich.com, 7.10.02)
Preiserhöhung als Präventionsfaktor
Die
Zigarettenpreise in der Schweiz sollen kontinuierlich auf EU-Niveau
angehoben werden. Präventionsfachleute freuts, die Raucher und die
Tabaklobby weniger. Ob höhere Preise ein sinnvoller Beitrag zur
Prävention sind, darüber wird gestritten. Für die Fachstelle für
Alkohol- und andere Drogenprobleme sowie für weitere
Gesundheitsorganisationen ist die Präventionswirkung über das
Portemonnaie ein wirksamer Faktor in Kombination mit weiteren
Massnahmen. Bei einer Preiserhöhung um 10%, geht die Nachfrage
längerfristig um 4,6 bis 4,8 Prozent zurück. Der Grossrat im Kanton
Bern hat zwei Vorstösse zum Thema eingereicht; aufgetrennt auf Tabak
und Alkohol. Der Regierungsrat wird beauftragt, Massnahmen zu treffen,
damit Tabakwerbung im Kanton Bern auf öffentlichem und von dort aus
einsehbarem privatem Grund sowie in und an öffentlichen Gebäuden nicht
mehr gestattet ist. (Berner Rundschau, 26.9., Blick, Zürich Express,
1.10.02)
Experiment Nichtrauchen
Im
Rahmen des Wettbewerbs «Experiment NichtRauchen» sind die Schülerinnen
und Schüler der Sekundarstufe erneut aufgefordert, sich zum
Nichtrauchen zu bekennen. Dazu müssen sie mindestens sieben Monate
rauchfrei bleiben. Die Mehrheit der Jugendlichen bleibt Nichtraucher,
obwohl in den letzten Jahren der Rauchanteil stark gestiegen ist.
Nikotin weist dasselbe Abhängigkeitspotential wie Heroin auf. Der
Wettbewerb beinhaltet zwei Kategorien, wobei sich in der ersten die
ganze Klasse verpflichtet rauchfrei zu bleiben, in der zweiten sind
Klassen mit einzelnen Raucherinnen und Rauchern. Mit der Teilnahme am
Wettbewerb akzeptieren die Klassen auch die unangekündigten Kontrollen
in Form von Nikotintests aus dem Mundspeichel. (Freiburger Nachrichten,
1.10.02)
Uni rauchfrei: Echo positiv
In
der Universität Basel herrscht seit dem 1. Oktober ein generelles
Rauchverbot. Rauchen ist in allen Räumen untersagt, ausser in
speziellen Raucherecken. Die angebrachten Hinweise werden bis zum 21.
Oktober durch definitive Rauchverbots-Schilder ersetzt werden. In der
Cafeteria wird eine Raucherecke eingerichtet werden. Der Entscheid für
ein generelles Rauchverbot wurde im Mai gefällt. Damit sollen die
Nichtraucher vor den Auswirkungen des Rauchens geschützt werden. Die
Umsetzung des Verbots obliegt der Gliederungseinheiten der Uni. (20
Minuten, 3.10.02)
Tabakpräventionsfonds
Die
Wirtschaftskommission des Ständerates äussert sich negativ zur Äufnung
eines Präventionsfonds für die Tabakprävention, der über die
Tabaksteuer finanziert wird. Die Kommission schlägt zudem dem Rat vor,
die Tabaksteuer im Sinne des Bundesrates etappenweise zu erhöhen. Der
Nationalrat hatte im September entgegen der Bundesratsempfehlung einem
Präventionsfonds zugestimmt. (SDA, 23.10.)
Pro Aere gibt Passivrauchern Hilfe
Passivrauch
verursacht gravierende gesundheitliche Schäden und ist eine Belästigung
bei der Arbeit, sagt die Schweizerische Stiftung für rauchfreie Luft
und gegen die Tabaksucht, pro aere. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
haben ein durchsetzbares Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz. Die
Stiftung berät Unternehmen bei der Planung und Einführung von
rauchfreien Arbeitsplätzen und unterstützt Arbeitnehmer, die zu einem
rauchfreien Arbeitsplatz gelangen wollen. (Aargauer Zeitung, 25.10.)
Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung ist dafür, dass Werbung für Tabak- und Alkoholprodukte verboten wird. 52 Prozent sind für ein allgemeines Verbot. (Coop, 30.10.)
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