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Tabak-Kurznachrichten Dezember 2004 

Tabakwerbung in Grossbritannien weiter eingeschränkt

In Grossbritannien treten neue restriktive Regelungen für die Tabakwerbung in Kraft. In Schaufenstern und in der Nähe von Schulen war die Werbung bereits verboten. Jetzt wird die Grösse der Werbeflächen in Geschäften auf die einer Geburtstagskarte eingeschränkt – ein Drittel ist auch noch für vorgeschriebene Gesundheitswarnungen reserviert. Diese Regelung gehört zu den strengsten weltweit (persoenlich.com newsletter, pressetext.schweiz ag: 21.12.04).

Italiens Rauchverbot löst Kontroverse aus

Kurz vor dem Inkrafttreten am 10. Januar hat das Italienische Rauchverbot eine Kontroverse ausgelöst. Ab diesem Datum ist das Rauchen in Restaurants, Bars und am Arbeitsplatz verboten. Wirte sind verpflichtet, bei Verstössen die Polizei zu rufen, ansonsten drohen ihnen Strafen bis 2200 Euro oder sogar das Doppelte, falls sich Kinder oder schwangere Frauen im Lokal aufhalten. Es besteht die Möglichkeit, unter strikten Bedingungen Raucherräume einzurichten, was jedoch mit hohen Investitionen verbunden ist. Obwohl die Massnahme bereits vor einem Jahr beschlossen wurde, protestieren die Wirte erst heute dagegen: das Gesetz schiesse über das Ziel hinaus und Wirte müssten gegen ihre Gäste handeln. Sie verlangen weitere 6 Monate Übergangsfrist (sda: 20.12.04; Blick, BZ, Der Bund, Le Temps: 21.12.04; Tribune de Genève: 22.12.04; Aargauer Zeitung, BZ, Gastro-Journal, St. Galler Tagblatt: 23.12.04).

Deutsche Regierung plant Tabakwerbeverbot für Presse, Radio und Internet

In Deutschland soll es künftig verboten sein, in der Presse, im Radio oder im Internet für Zigaretten zu werben. Verstösse gegen das Verbot sollen mit Geldbussen von bis zu 25'000 Euro bestraft werden. Der Vorstoss kommt überraschend, weil Deutschland gegen ein von der EU geplantes Tabakwerbeverbot Klage vor dem Europäischen Gerichtshof eingereicht hat (3sat: 17.12.04).

Rauchstopp lohnt sich immer

Ein Rauchstopp lohnt sich auch nach jahrelangem Rauchen noch; dies hat eine Studie gezeigt. Durch einen Zigarettenverzicht im Alter von 60, 50, 40 bzw. 30 Jahren erhöht sich die Lebenserwartung um 3, 6, 9 bzw. 10 Jahre (inside: 16.12.04).

Viele Kinos im neuen Jahr rauchfrei

Die Kinokette Kitag AG hat ein generelles Rauchverbot für alle ihre Kinos in Zürich, Bern und Basel verhängt. Wer künftig in der Pause rauchen will, muss dazu ins Freie gehen. In Zürich werden auch die Kinos der Arthouse Commercio Movie AG rauchfrei (20minuten: 22.12.04; Aargauer Zeitung, BZ, TA: 23.12.04). Auch in den drei Thuner Kinos wird das Rauchen im Foyer verboten. Kinobetreiber Loosli begründet den Schritt mit Reklamationen von KinobersucherInnen und Angestelten; entsprechend erwartet er keinen Umsatzrückgang (Berner Oberländer, Thuner Tagblatt: 29.12.04). Andere Kinos haben bereits gute Erfahrungen mit Rauchverboten oder Nichtraucherzonen gemacht (Zürcher Unterländer: 24.12.04). Laut einer Leserumfrage von 20minuten begrüssen 72% das Rauchverbot (20minuten: 23.12.04).

Tabakkonferenz verabschiedet Resolution an Bundesrat

Für die 200 Fachleute an der Schweizer Tabakkonferenz in Freiburg war der Rückstand der Schweiz im Kampf gegen den Tabak Hauptthema. Die Tabaklobby gehe subtil vor, sei stark im Schweizer Parlament verankert und könne so Präventionsmassnahmen verhindern. Am Ende der Konferenz wurde eine Resolution verabschiedet. Zentrale Forderungen sind mehr Schutz vor Passivrauchen, eine bessere Jugendprävention und die Ratifikation und Umsetzung der Massnahmen der WHO-Rahmenkonvention zur Einschränkung des Tabakkonsums (ats/sda, 24heures.ch, edicom.ch: 02.12.04; 20minuten, 24heures, Basellandschaftliche Zeitung, Blick, Corriere del Ticino, La Liberté, Le Courrier, Le Nouvelliste, NZZ, TXT: 03.12.04).
Im Rahmen der Konferenz haben die Genfer Diethelm und Rielle die Infiltrierung der Schweizer Politik durch die Tabakindustrie aufgedeckt: Sie haben die Strategie der Tabakmultis im Abstimmungskampf gegen die Zwillingsinitiativen ausgeleuchtet (24heures: 03.12.04).
Hier können Sie die Referate der Nationalen Tabakpräventionskonferenz 2004 herunterladen www.swisscancer.ch

WHO Rahmenübereinkommen zur Eindämmung des Tabakkonsums tritt in Kraft

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die 40. Ratifikation des Rahmenübereinkommens zur Eindämmung des Tabakkonsums entgegengenommen. Damit tritt die Konvention in 90 Tagen oder am 28. Februar 2005 in Kraft. Sie ist der erste juristisch verbindliche Vertrag der Gesundheitsorganisation. Weltweit sterben jährlich 5 Millionen Menschen an den Folgen des Tabakkonsums – der Tabakkonsum ist damit die wichtigste vermeidbare Todesursache. Die Konvention sieht vor, die Tabakwerbung einzuschränken, die Gefährlichkeit des Produktes besser zu deklarieren und das Rauchen im öffentlichen Raum zu limitieren (ats: 01.12.04; Le Temps: 02.12.04).

Zigaretten 50 Rappen teurer

Seit dem 1. Dezember sind die Zigaretten pro Schachtel um 50 Rappen teurer. Die gängigsten Marken kosten neu 5.80 Franken. Der Bundesrat hatte im Oktober beschlossen, die Tabaksteuer um 50 Rappen zu erhöhen (J’achète mieux: 01.12.04; Tribune de Genève: 03.12.04).

Rauchen schadet der Wirtschaft

Die Schweiz unternimmt bisher wenig gegen das Rauchen, obwohl es massive Kosten verursacht: Den 2 Milliarden Franken Einnahmen aus Tabak- und anderen Steuern der Tabakindustrie stehen medizinische Behandlungskosten und Folgekosten durch Krankheit und Invalidität in der Höhe von 5 Milliarden gegenüber. Es resultieren Kosten von 3 Milliarden Franken für die Allgemeinheit. Andere Länder bekämpfen deswegen den Tabakkonsum seit längerem, auch die Schweiz fasst Massnahmen (Cash: 09.12.04).

Tabakpräventionsfonds unterstützt bereits 16 Projekte

Seit dem 1. April ist der Tabakpräventionsfonds aktiv. Seither hat er 16 Projekte mit insgesamt 12 Mio. Franken unterstützt. Rund ein Drittel der gesprochenen Summe wird für Bewegung und Sport eingesetzt. 50 Finanzierungsbegehren seien eingegangen. Dies schreibt der Bundesrat auf Anfrage des FDP-Nationalrats und Swiss-Ski-Präsidenten Duri Bezzola (sda: 13.12.04; Corriere del Ticino, Der Bund: 14.12.04).

Tabak in jeder Form krebserregend

Auch Kau- und Schnupftabak sind laut einer Studie der International Agency für Research on Cancer (IARC) krebserregend. Die im Tabak enthaltenen Nitrosamine fördern Mund- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Tabak zum oralen Gebrauch wird hauptsächlich für Jugendliche als Einstiegsdroge vermarktet. Dazu wird der starke Tabakgeschmack mit Geschmackstoffen wie Lakritze oder Menthol übertüncht (Pressetext.schweiz ag: 02.12.04).

Schweizer Jugendliche kiffen viel

Die Schweizer Jugendlichen belegen im Kiffen international einen Spitzenplatz. Die Ergebnisse der Europäischen Schülerbefragung (ESPAD) bestätigen laut Bundesamt für Gesundheit ältere Resultate, wonach immer mehr Jugendliche kiffen, rauchen und trinken. 23% der Jungen und 17% der Mädchen gaben an, im letzten Monat gekifft zu haben. Bei Tabak und Alkohol belegt die Schweiz einen Mittelfeldplatz, obwohl das Konsumniveau laut BAG hoch ist: 3 von 4 15-jährigen gaben an, im letzten Monat Alkohol konsumiert zu haben, obwohl der Verkauf an unter 16-jährige verboten ist. Beim Tabak habe sich der Konsum nach einem starken Anstieg stabilisiert (AWP-News: 14.12.04; 20minuten, 24heures, Die Südostschweiz, Le Matin, TA, TXT: 15.12.04).




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