Gesundheitsorganisationen gegen Bundesratspolitik
Die
Cipret-Genève und OxyGenève – zwei Organisationen der Tabakbekämpfung –
richten ihre Worte der Kritik in Bezug auf die Tabakpolitik in einem
offenen Brief an den Bundesrat. Nach der Verabschiedung eines
Tabakprogrammes des Bundes für die Jahre 2001 – 2005, sei es
unverständlich, dass der Bundesrat die darin formulierten Empfehlungen
nicht verfolge. Internationale Studien haben gezeigt, dass eine
Preiserhöhung von 10% für eine Schachtel Zigaretten, die Anzahl
RaucherInnen um 4% (Jugendliche um 8%) reduziere, so Jean-Charles
Rielle, Mitglied der Kommission für Tabakprävention. (Le Temps, 15.3.)
Jugendliche greifen immer früher zum Joint
Beim
Cannabis-Konsum sinkt das Einstiegsalter, auch Alkohol und Tabak sind
nicht tabu. Dies zeigt eine neue Untersuchung der Schweizerischen
Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA). Jugendliche
kommen im Durchschnittsalter von 15 Jahren erstmals mit Cannabis in
Kontakt. Grund dafür könnte der vereinfachte Zugang zu Cannabis sein.
Viele Jugendliche sind sich gar nicht bewusst, dass Kiffen noch immer
illegal ist. (Aargauer Zeitung, Oltner Tagblatt, 15.3.,
Zürichsee-Zeitung 16.3., Walliser Bote 26.3.)
Umfassende Massnahmen
Für
BAG-Direktor Thomas Zeltner sind Preis, Werbe- und
Deklarationsvorschriften die wichtigsten Pfeiler der Tabakprävention.
Die Schweiz sei vor allem für Anbieter von Raucherwaren ein Paradies.
Die Zigaretten sind zu billig, sowohl im Vergleich mit den umliegenden
Ländern als auch im Vergleich zu anderen Produkten des täglichen
Lebens, so Zeltner. (SonntagsZeitung, 17.3.)
Kautabak als neue Modedroge
Die
Sportlerdroge Snus findet immer mehr Verbreitung. Fachleute warnen vor
dem hohen Suchtpotenzial und der gesundheitsschädigenden Wirkung des
Kautabaks. Dip oder Snus ist fein gemahlener Tabak, den man sich offen
oder in kleinen Beuteln unter die Oberlippe presst, eine Weile lutscht
und dann ausspuckt. Die Gefahren beim Snus-Konsum werden unterschätzt.
Schäden in der Mundhöhle, an Zähnen und Zahnfleisch sind erste Folgen.
Das Risiko von Krebs im Mund- und Rachenraum steigt deutlich. (Tages
Anzeiger 23.3.)
Handel mit dem Tod
Rund
eine Milliarde Menschen sind derzeit Raucher. Mehr als 3.5 Millionen
sterben jährlich an Erkrankungen als Folge des Tabakkonsums. Dennoch
setzt die Tabakindustrie der USA mit aggressivem Marketing ihre
Produkte vor allem im Ausland ab. In aller Welt erliegen Menschen den
raffinierten Werbemethoden, auch Kinder. Die Multis erobern neue
Absatzgebiete in Osteuropa und den Entwicklungsländern. (Schweizer
Hausapotheke, 29.1., pharmacie chez soi 1.2.)
Wie die Tabakindustrie Raucher ködert
In
den USA wurde eine Milliarde Dollar für Zigarettenwerbung in Form von
Anzeigen in Zeitschriften investiert, deren jugendlicher Leseranteil
knapp unterhalb der vereinbarten Grenze des Werbeverbotes liegt. In
Hollywood Filmen wird wieder häufiger geraucht und damit versteckt für
Zigaretten geworben. Im Gegenzug erhalten Filmcrews Gratiszigaretten.
Philip Morris hat wissentlich 4 Jahre lang Zigaretten mit defekten
Filtern verkauft. (SonntagsZeitung, 17.3., NZZ 17.3.)
Antibabypille und Rauchen: Ein gefährlicher Mix
Wer
mit der Pille verhütet und raucht, schadet seiner Gesundheit und seinem
Körper – egal in welchem Alter! Rauchen wirkt verengend auf die
Blutgefässe, die Pille verstärkt diese Neigung. Für Raucherinnen,
welche die Pille nehmen erhöht sich das Risiko für Herzinfarkt oder
Gefässverschlüsse wie Thrombosen. (Gesundheit Sprechstunde, 15.2.)
Raucherstudie
1.8
Millionen Schweizerinnen und Schweizer hängen am Glimmstengel. Viele
sind unglücklich mit ihrer Sucht. Rund die Hälfte möchte mit Rauchen
aufhören, kann den Wunsch aber nicht in Tat umsetzen. Raucher, die
ihren Konsum wenigstens einschränken möchten, können jetzt bei einer
wissenschaftlichen Studie mitmachen, welche vom Lungenzentrum
Hirslanden durchgeführt wird. (Blick, 20.3.)
Immer mehr Betreiber von Zigarettenautomaten verkaufen in Basel in ihren Metallboxen neben Zigaretten auch Süssigkeiten. Fachleute wie auch Eltern sind besorgt. (Baslerstab, 12.02.)
Bundesrat erhöht Zigarettenpreise schrittweise
Der Bundesrat will den Preis für Zigaretten nicht sofort von 4.80 auf 5.60 erhöhen, sondern vorerst nur um 10 Rappen pro Päckli. Damit verzichtet er auf die Einrichtung eines Präventionsfonds. Schrittweise soll die Tabaksteuer dem EU-Niveau angepasst werden. Die Landesregierung befürchtet bei einem sofortigen Aufschlag Einnahmeausfälle für die AHV/IV/EOL von bis zu 100 Millionen Franken. Ein stark erhöhter Preis könnte zudem Raucher dazu verleiten, auf billigere schädlichere Tabakprodukte oder auf den Schwarzmarkt auszuweichen. Die SFA und andere Gesundheitsorganisationen wollten mit der Preiserhöhung den dramatischen Anstieg des Rauchens bei Jugendlichen eindämmen. Gesundheitsverbände sind über diese Entscheidung enttäuscht. (Basler-Zeitung, Appenzeller Zeitung, Der Toggenburger, Wiler Zeitung – Volksfreund, Mittelthurgauer Tagblatt, Ostschweizer Tagblatt, Zürichsee-Zeitung, St. Galler Tagblatt, Bodensee Tagblatt, Willisauer Bote, 21.02., Wolhuser Bote, 22.02., Saldo, Zuger Woche, 27.02., TXT 2, TXT 1, 3satText, the bluewindow News, Fricktaler Zeitung, 28.02., Neue Zürcher Zeitung, Neue Luzerner Zeitung, Tages-Anzeiger, 01.03., Solothurner Zeitung, 04.03., Beobachter, 08.03.)
Schweiz – Paradies für Zigarettenschmuggel
Der Betrugsausschuss der EU hat der Schweiz vorgeworfen, zu wenig gegen den internationalen Zigarettenschmuggel zu unternehmen. Zudem sässen die Drahtzieher des Zigarettenschmuggels in der Schweiz. Deshalb fordert der Ausschuss eine uneingeschränkte Rechtshilfe und die Lockerung des Bankgeheimnisses. Auch die Zigaretten-Preispolitik wurde kritisiert. (3sat Text, 25.02., Teletext SF 1, 26.02.)
Immer mehr Jugendliche verfallen dem blauen Dunst
In den letzten Jahren hat die Zahl der jugendlichen RaucherInnen in der Schweiz stark zugenommen. Schülerbefragungen zeigen, dass sich der Anteil der mindestens wöchentlich Rauchenden bei den 15-Jährige seit 1986 verdoppelt und bei den 13-Jährigen sogar verdreifacht (SFA, 1999) hat. (Neue Oberaargauer Zeitung, 28.02.)
Haben Sie einen Nichtraucher-Tisch?
Zwischen 60 und 70 Prozent der Tea-Room- und Restaurant-Gäste wünschen sich Nichtraucherzonen in den Gasstätten. Dies ergab eine im Dezember in der Stadt Solothurn durchgeführte Umfrage. Doch nur eine Minderheit der Wirte bietet dies an. Eine schweizerische Umfrage zu diesem Thema hat schon vor zwei Jahren ein noch deutlicheres Resultat ergeben: 72 Prozent der Befragten sehen das Thema Raucher/Nichtraucher im Restaurant als ein Problem. Aus diesem Grund haben diverse Gastro Suisse Kantonal-Sektionen die Kampagne Toleranz und Lebensfreude lanciert. Man wollte damit die Wirte ermuntern, Nichtraucher-Tische einzurichten. Es sind aber immer noch wenige Betriebe die das anbieten. (Solothurner Zeitung, 04.03.)
Schulen als suchtfreie Zonen
Schüler, die auf dem Schulhausareal rauchen oder Drogen konsumieren, müssen mit Konsequenzen rechnen. Die Schulpflege Rothenburg hat dazu Regeln verabschiedet. Die Strafen reichen von Ermahnung über disziplinarische Massnahmen bis hin zu einem Verweis vom Schulareal. Was in Rothenburg neu ist, wird in Kriens seit drei Jahren erfolgreich praktiziert. Auch in Emmen, Littau und Ebikon wurden Massnahmen ergriffen, um den Zigarettenkonsum an den Schulen einzudämmen. (Neue Luzerner Zeitung, 11.03.)
Ammoniak in Zigaretten
Die spanische Regierung steckt in einem Untersuchungsprozess: Man hat herausgefunden, dass Tabak besonders viel Ammoniak beigemischt wird, um die Aufnahmefähigkeit von Nikotin und damit die Abhängigkeitsgefühl zu steigern. Tabakhersteller haben die Ergebnisse der Untersuchung nun offiziell bestätigt. (AWP-News, 25.02.)
Defekte Filter verkauft
Philip Morris hat wissentlich 40 Jahre lang Zigaretten mit defekten Filtern verkauft. Die Filterfehler wurden von Autoren des Roswell Park Cancer Institute in Buffalo, New York, aufgedeckt. Alle Dokumente beinhalten den Terminus Fall-out, ein vom Unternehmen geprägter Ausdruck zur Beschreibung von plastikartigen Zellulose-Acetat-Fasern und Kohlekörnchen-Staub. Beide gesundheitlich bedenklichen Produkte bilden sich während des Rauchens an der Schnittstelle des Filters. (pressetext.schweiz ag, 08.03, Blick, 12.03.02, Le Matin, Le Temps 13.03.02)
Hollywood im Auftrag der Tabakkonzern
Die US-Tabakindustrie hat jahrzehntelang mit Hollywood wirtschaftlich kooperiert, um ihre Produkte in Kino- und TV-Filmen zu platzieren. Eine aktuelle Studie der Universität von Kalifornien analysiert unter dem Titel Wie die Tabakindustrie ihre Beziehung zu Hollywood aufgebaut hat bisher geheime Dokumente der Konzerne Philip Morris, RJ Reynolds, American Tobacco und Brown & Williams. Obwohl das Product Placement von Zigaretten in Filmen keine Neuigkeit darstellt, belegt die Studie erstmals anhand der Dokumente die gezielte Strategie der Tabakindustrie, das Rauchen durch Filme zu fördern. (pressetext.schweiz ag, 09.03.)
Tod häufig vor Pension
Die Aufteilung der tabakbedingten Todesfälle nach Altersgruppen zeigt, dass bei regelmässigen Rauchern das Risiko vor dem 65. Lebensjahr an einem Herzinfarkt zu sterben, dreimal so gross ist wie bei Nichtrauchern. Entgegen der weit verbreiteten Meinung ist nicht der Lungenkrebs für die meisten Todesfälle bei Rauchern verantwortlich, sondern Herz-Kreislauf-Erkrankungen. (Medizinzeitung, 21.02.)
Nikotintropfen
Wissenschaftler haben Nikotintropfen entwickelt, die Rauchern beim Aufhören helfen. Die Tropfen werden ins Getränk gemischt. Sie liefern dabei eine deutlich grössere Nikotinmenge als Nikotinpflaster. Aufhörwillge können damit das Verlangen nach einer Zigarette überbrücken, bis er im Laufe der Zeit geringer geworden ist. (Medizinzeitung, 21.02.)
Raucherpille hilft beim Abnehmen
Die Anti-Rauch-Pille Bupropion hilft nicht nur gegen Nikotinsucht und gegen Depressionen, sie kann auch schwer Übergewichtige beim Abnehmen unterstützen. Dies berichteten US-Forscher an einer Ernährungskonferenz in San Diege. (SonntagsZeitung, 03.03)
Raucher auf Sonnenbäder verzichten
Eine japanische Studie zeigt, dass Sonnenbäder von mehr als zwei Stunden täglich und starkes Rauchen die Hautalterung extrem beschleunigt. Das Risiko für Faltenbildung war 11.4-mal höher als in der Nichtraucher-Kontrollgruppe mit wenigen Sonnenbäder. (Berner Zeitung, 09.03.)
Zigaretten ab 18
Das Bundesamt für Gesundheit fordert ein Verkaufsverbot von Zigaretten an Jugendliche unter 18 Jahren. Mit einem Chip-System soll verhindert werden, dass Jugendliche an Automaten Zigaretten beziehen können. Im BAG erachtet man diese Massnahme als wichtige Prävention. Gemäss Studien führe eine Erhöhung des Preises um 10 Prozent zu einem 4 Prozentigen Rückgang des Konsums. Bei Jugendlichen belaufe sich dieser gar auf sieben Prozent. Selbst die Tabakindustrie begrüsst die Erhöhung des Konsumalters. Bereits nächstes Jahr soll eine Vorlage in die Vernehmlassung geschickt werden. (Swissinfo, sda, Sonntags Blick, 24.02., Zürichsee-Zeitung, Der Bund, Basler Zeitung, Tages-Anzeiger, Blick, Neue Zürcher Zeitung, Neue Luzerner Zeitung, Aargauer Zeitung, Die Südostschweiz, 3SatText, the bluewin News, 24 heures, Tribune de Genève, dimanche.ch, le Journal du Jura 25.02., Tages-Anzeiger, Teletext SF 1, Zuger Presse ,26.02., Zuger Woche, 27.02.)
< zurück

