Bundesrat lehnt Rauchverbot für Jugendliche ab
Der Bundesrat will Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren das Rauchen nicht verbieten. Ein solches Konsumverbot wäre kaum durchsetzbar, heisst es in der abschlägigen Stellungnahme zu einer Motion von Nationalrat Maurice Chevrier (CVP/VS). Laut Bundesrat ist auch die präventive Wirkung eines Tabakkonsumverbots für Minderjährige wissenschaftlich nicht belegt. Nicht auszuschliessen wären zudem unerwünschte Auswirkungen, indem beispielsweise die Konsumentinnen und Konsumenten stigmatisiert würden. Der Bundesrat begrüsst hingegen das im gleichen Vorstoss geforderte Verkaufsverbot von Tabakprodukten an Minderjährige, ruft aber in Erinnerung, dass eine entsprechende parlamentarische Initiative zurzeit bei den Kommissionen der Räte liegt. (sda/ats, Blick, Online-Ausgabe, heute, Online-Ausgabe, NZZ, Online-Ausgabe, Radio Argovia, Radio Sunshine, Radio Zürisee, toponline.ch, Online-Ausgabe: 23.02.07; Berner Zeitung, Der Bund, Kleinreport, Neue Luzerner Zeitung, TagesAnzeiger, Teletext SF, Zürcher Oberländer, Online-Ausgabe: 24.02.07).
ISPA-Studie: Jugendliche kiffen, rauchen und trinken weniger
Wie eine repräsentative Schülerbefragung der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) zeigt, rauchten 15-Jährige 2006 deutlich weniger als noch vor 20 Jahren. Griffen 1986 noch 15 Prozent der Jungen und 18 Prozent der Mädchen täglich zur Zigarette, so waren es 2006 noch 11 Prozent der Jungen und 10 Prozent der Mädchen. Die Gefahren des Rauchens seien in aller Munde, so Emmanuel Kuntsche von der SFA. Um das Image der Tabakindustrie stehe es schlechter als noch vor zehn Jahren. Zudem sei auch bei Erwachsenen ein Rückgang festzustellen. Auch der Preis der Zigarette spiele eine Rolle. Die Zahl der Alkohol trinkenden Jugendlichen hat in den letzten vier Jahren deutlich abgenommen, dennoch kann man laut Experten noch nicht von einer Trendwende sprechen. Für die SFA hat die neue Sondersteuer auf Alcopops zum Konsumrückgang geführt. Alkohol bleibt die Problemsubstanz Nummer eins. Schliesslich sank auch der Haschkonsum bei Jugendlichen und hat – nach einer Spitze im Jahr 2002 – wieder etwa die Höhe von 1998 erreicht. (ap, 24 Heures, Online-Ausgabe, Bluewin, Online-Ausgabe, heute, Le Matin, Online-Ausgabe, nachrichten.ch, Online-Ausgabe, presseportal.ch, Online-Ausgabe, Radio 24, Radio Argovia, Radio Basilisk, Radio Capital FM, Radio Central, Radio DRS/RSI/RSR, Radio NRJ, Radio Sunshine, Radio Top, Radio Zürisee, SF, sfa-ispa.ch Online-Ausgabe, Tele Bärn, TSI, TSR, winti-guide.ch, Online-Ausgabe: 20.02.07; 20 Minuten, 20 Minutes, Bieler Tagblatt, Blick, Corriere del Ticino, Der Bund, Der Landbote, Die Südostschweiz, Le Matin Bleu, Le Temps, Neue Luzerner Zeitung, NZZ, Radio RSI/RSR, sprechzimmer.ch, Online-Ausgabe, TagesAnzeiger, Teletext TSR, Tribune de Genève, Zürcher Oberländer, Zürcher Unterländer, Zürichsee Zeitung: 21.02.07).
Viele Senioren in der Schweiz leben ungesund
Eine Studie des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) in Neuenburg zeigt, dass ein Grossteil der zu Hause lebenden Personen über 65 Jahren Mängel in der Gesundheitsvorsorge und im Gesundheitsverhalten aufweist. Bei Männern ist das Risiko des Tabak- und Alkoholkonsums und der fettreichen Ernährung ausgeprägter als bei Frauen. Dafür sind Frauen häufiger körperlich inaktiv. Das Obsan sieht das Potenzial für Präventions- und Gesundheitsförderungsmassnahmen bei Senioren «bei weitem nicht ausgeschöpft». Bis zum Jahr 2050 werden in der Schweiz zweieinhalbmal so viele über 80-jährige Menschen leben wie heute. (Radio DRS/RSI/RSR, SF, TagesAnzeiger, Online-Ausgabe, zisch.ch, Online-Ausgabe: 23.02.07.; Berner Zeitung: 24.02.07; medical-tribune.ch, Online-Ausgabe: 26.02.07).
Zigarettenverkäufe nahmen 2006 leicht zu
Im vergangenen Jahr wurden in der Schweiz rund 100 Millionen Stück Zigaretten mehr verkauft als 2005. Dennoch schliesst der Bund nicht daraus, dass auch mehr geraucht wurde. Die Steigerung sei vielmehr eine Folge der Hamsterkäufe, die vor der Steuererhöhung um 30 Rappen auf Anfang 2007 getätigt wurden, wie Fritz Weber von der Eidgenössischen Zollverwaltung mitteilt. Für das laufende Jahr rechnet Weber mit einem Rückgang der Verkaufszahlen um acht Prozent. Schon 2005 waren die Verkaufszahlen um zehn Prozent zurückgegangen, nachdem am 31. Dezember 2004 eine Steuererhöhung von 50 Rappen pro Zigarettenpackung in Kraft getreten war. Zudem zeigen die jüngsten Zahlen der Oberzolldirektion, dass viele Raucher auf Billig-Zigaretten ausweichen. (sda/ats, Aargauer Zeitung, Basellandschaftliche Zeitung, Basler Zeitung, Online-Ausgabe, Berner Rundschau, espace.ch, Grenchner Tagblatt, heute, Langenthaler Tagblatt, Le Temps, Online-Ausgabe, Limmattaler Tagblatt, nachrichten.ch, Online-Ausgabe, news.ch, Online-Ausgabe, Oltner Tagblatt, Radio Argovia, Radio NRJ, Solothurner Zeitung, swissquote.ch, Online-Ausgabe, zisch.ch, Online-Ausgabe, Zofinger Tagblatt: 08.02.07; 24 Heures, Bluewin, Online-Ausgabe, Corriere del Ticino, Le Matin Bleu, NZZ, Teletext TSI, Tribune de Genève: 09.02.07; google.ch, Online-Ausgabe: 11.02.07; ap, Bluewin, Online-Ausgabe, edicom.ch, Online-Ausgabe, news.ch, Online-Ausgabe, Radio Central, SF: 16.02.07; Cash daily, heute, Radio NRJ, Radio Zürisee: 22.02.07).
Philip Morris streicht in Lausanne 300 Stellen
Der Zigarettenhersteller Philip Morris streicht an seinem Sitz in Lausanne rund 300 Stellen. 70 weitere fallen bis Ende 2008 in ausländischen Niederlassungen weg. Die Rationalisierungsmassnahmen seien nötig, um die Effizienz zu steigern, die Innovation zu fördern und um schneller auf die Dynamik des Marktes reagieren zu können, wie Philip Morris mitteilt. Philip Morris und seine Tochterfirmen beschäftigen weltweit über 80'000 Personen. Am Sitz in Lausanne arbeiten zurzeit 1'500 Personen. (sda/ats, ap, 20 Minutes, 24 Heures, Le Matin, Radio DRS/RSI/RSR, swisscontentcorp., Online-Ausgabe, Teletext TSR, TSI, TSR, Volksblatt, Online-Ausgabe: 16.02.07; Aargauer Zeitung, Corriere del Ticino, Le Temps, TagesAnzeiger, Teletext SF/TSI/TSR, Teletext Tele Züri, Tribune de Genève: 17.02.07; L’agefi: 19.02.07).
Freiburg: Initiative gegen Passivrauch zustande gekommen
Die Initiative «Passivrauchen und Gesundheit – Für den Schutz gegen die Gefährdung durch Tabakrauch in geschlossenen öffentlichen Räumen», die am 13. Dezember 2006 bei der Freiburger Staatskanzlei eingereicht wurde, ist zustande gekommen. Von den 13'358 gesammelten Unterschriften wurden 12'253 für gültig erklärt, wie die Staatskanzlei am Freitag mitteilte. Der Staatsrat hat nun drei Monate Zeit, um den Initiativtext dem Grossen Rat an einer ordentlichen Session zu überweisen. Der Grosse Rat wird dann über die materielle und formale Gültigkeit beschliessen, bevor die Initiative dem Volk zur Abstimmung vorgelegt werden kann. (Radio DRS/TSR: 23.02.07; La Gruyère, La Liberté, Le Temps: 24.02.07; 20 Minutes, Berner Zeitung: 26.02.07; Freiburger Nachrichten: 27.02.07).
Uri: Schutz vor Passivrauchen, Werbeverbot und Jugendschutz
Die Urner Regierung hat den Entwurf für das neue Gesundheitsgesetz in die Vernehmlassung gegeben. Betont wird im Gesetzesentwurf die Eigenverantwortung. Damit einher geht eine verstärkte Gesundheitsförderung und Prävention. Neben einem Abgabe- und Verkaufsverbot von Tabakprodukten an unter 18-Jährige soll auch ein Werbeverbot für Alkohol- und Tabakprodukte auf öffentlichen Plätzen eingeführt werden. Ausserdem reichte CVP-Landrat Stefan Trüb eine Motion ein, in welcher der Regierungsrat aufgefordert wird, gesetzliche Grundlagen für den Schutz vor Passivrauch zu schaffen. Dies soll durch Rauchverbote in allen öffentlich zugänglichen Räumen erreicht werden. Gastbetriebe seien zu verpflichten, für Raucher einen abgetrennten, ausreichend belüfteten Raum ohne Ausschank einzurichten. (Neue Urner Zeitung: 01.02.07; Urner Wochenblatt: 03.02.07; Radio Central, Radio DRS: 07.02.07; 20 Minuten, Neue Urner Zeitung: 08.02.07; Urner Wochenblatt: 10.02.07).
Rauchfrei-Kampagne der Thurgauer Gastronomie
Nachdem das Rauchverbot im Grossen Rat des Kantons Thurgau im Dezember 2006 keine Mehrheit gefunden hat, löst die Thurgauer Gastronomie ihr Versprechen von damals ein und bewirbt mit einer Kampagne die Restaurants mit rauchfreien Zonen. Unter www.gastro-thurgau.ch sind diejenigen Restaurants zu finden, die rauchfreie Zonen oder rauchfreie Zeiten anbieten, sowie die Lokale, die gänzlich rauchfrei sind. Die Lungenliga Thurgau kritisiert, dass mit ein paar Nichtrauchertischen die Luftqualität nicht verbessert werde. Rainer Britt, Präsident von Gastro Thurgau, erklärt, dass man nicht für die Raucher, sondern für mehr Rücksichtnahme kämpfe. (Thurgauer Zeitung: 10.02.07; St. Galler Tagblatt: 13.02.07; Regional Zeitung Hinterthurgau und Umgebung, Thurgauer Zeitung: 21.02.07).
Warnhinweise sind wirksam
Gesundheitswarnungen auf Zigarettenpackungen sind aus Sicht von Rauchern wirkungsvoller, wenn sie gross und bebildert sind und wenn die aufgedruckten Botschaften sich von Zeit zu Zeit ändern. Das ergaben mehrere Umfragen unter knapp 15'000 Rauchern in Grossbritannien, Kanada, den USA und Australien. Bei der letzten Umfrage im Jahr 2005 gaben zwischen sieben und zwölf Prozent der Befragten an, dass die Warnungen sie in den vergangenen sechs Monaten vom Rauchen abgehalten hätten. (Basler Zeitung, Online-Ausgabe, Health on the Net Foundation, Online-Ausgabe, TagesAnzeiger: 07.02.07; google.ch, Online-Ausgabe: 08.02.07 Aargauer Zeitung: 13.02.07).
Deutschland: Schutz vor Passivrauchen
Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben sich auf ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie geeinigt. Es soll aber möglich sein, einen Raum in Gaststätten als Raucherraum zu erklären. Lediglich Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hätten sich die Möglichkeit offen gehalten, Ausnahmen in engen Grenzen – etwa für Lokale, die nur aus einem Raum bestehen – zuzulassen. Grundsätzliche Rauchverbote soll es in Discotheken, Theatern, Kinos, Museen, in Bildungs- und Freizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche sowie in Verwaltungsgebäuden von Ländern und Kommunen geben. Die Gesundheitsminister wollen die Vorschläge nun den Ministerpräsidenten vorlegen. Über die Umsetzung entscheiden die Länderchefs letztendlich auf ihrer Konferenz am 22. März. (sda/ats, Blick, Online-Ausgabe, Bluewin, Online-Ausgabe, google.ch, Online-Ausgabe, heute, Online-Ausgabe, nachrichten.ch, Online-Ausgabe, Radio Argovia, Radio DRS, Radio NRJ, Radio RSI, search.ch, Online-Ausgabe, SF, Volksblatt, Online-Ausgabe, Yahoo, Online-Ausgabe, zisch.ch, Online-Ausgabe: 23.02.07; Aargauer Zeitung, Basler Zeitung, Bote der Urschweiz, Cash, Online-Ausgabe, heute, Online-Ausgabe, Le Matin, Online-Ausgabe, Neue Luzerner Zeitung, news.ch, Online-Ausgabe, NZZ, Online-Ausgabe, Radio Sunshine, Regional Zeitung, SF, Online-Ausgabe, TagesAnzeiger, Teletext 3sat, Teletext SF/TSI, Teletext Tele Züri, Thurgauer Zeitung, Zürcher Oberländer, Online-Ausgabe: 24.02.07).
Liechtenstein: rauchfreie Gaststätten
In Liechtenstein gibt der Regierungsrat einen Entwurf für ein Gesetz über den Nichtraucherschutz und die Tabakprävention in Vernehmlassung. Der Entwurf sieht grundsätzlich ein generelles Rauchverbot in allen öffentlich zugänglichen Räumen vor. Das Verbot soll auf Schularealen, in öffentlichen Verkehrsmitteln und Betreuungsstätten für Kinder und Jugendliche gelten. Auch Gastronomiebetriebe und Discos sind davon betroffen, sollen aber die Möglichkeit haben, für die rauchende Klientel abgetrennte Raucherräume einzurichten. Weiter soll mit dem neuen Gesetz die EWR-Richtlinie umgesetzt werde, nach der für Tabakerzeugnisse weder in der Presse noch in elektronischen Medien geworben werden darf. Das Sponsoring von Veranstaltungen soll für die Tabakindustrie zukünftig auch verboten sein. (sda/ats, news aktuell schweiz, Online-Ausgabe: 06.02.07; 20 Minuten, Online-Ausgabe, Basler Zeitung, Online-Ausgabe, Der Bund, Schaffhauser Nachrichten, Online-Ausgabe, Vaterland: 07.02.07; Volksblatt: 08.02.07; Werdenberger & Obertoggenburger: 22.02.07; St. Galler Tagblatt: 28.02.07).
US-Tabakindustrie gewinnt vor Gericht
Nach mehreren juristischen Niederlagen um den Tod von Rauchern hat die Tabakindustrie in den USA einen bedeutenden Sieg errungen. Der Supreme Court hob ein Urteil auf, das Philip Morris zur Zahlung von 80 Millionen Dollar Schadenersatz an die Witwe eines an Lungenkrebs gestorbenen Rauchers verpflichtet hatte. Der Entscheid fiel mit vier zu fünf Stimmen aus. (sda/ats, 24 Heures, Online-Ausgabe, Bluewin, Online-Ausgabe, Cash, Online-Ausgabe, google.ch, Online-Ausgabe, nachrichten.ch Online-Ausgabe, SF, Teletext TSI/TSR, Tribune de Genève, Online-Ausgabe, Volksblatt, Online-Ausgabe, zio.ch, Online-Ausgabe, zisch.ch, Online-Ausgabe: 20.02.07; Aargauer Zeitung, Online-Ausgabe, Basler Zeitung, Blick, Online-Ausgabe, Die Südostschweiz, google.ch, Online-Ausgabe, heute, Online-Ausgabe, L’agefi, Le Matin Bleu, Neue Luzerner Zeitung, news.ch, Online-Ausgabe, Radio Central, Radio DRS, TagesAnzeiger: 21.02.07; L’agefi: 22.02.07).
Tabakkonzern Altria trennt sich von Kraft
Der amerikanische Tabakkonzern Altria trennt sich endgültig von seinem Mehrheitsanteil am Nahrungsmittelriesen Kraft Foods. Ende März soll die Transaktion abgeschlossen und die 89-Prozent Beteiligung an Kraft abgegeben werden. Den Plänen zufolge erhält jeder Altria-Aktionär 0,7 Kraft Aktien pro Altria-Papier. Danach sei Kraft ein eigenständiges Unternehmen. Altrias Vorgängerin Philip Morris hatte Kraft 1988 erworben. (Borsalino.ch, Online-Ausgabe, Le Temps, Online-Ausgabe, TagesAnzeiger: 01.02.07; Tribune de Genève: 02.02.07; Schweizerische Milchzeitung: 09.02.07).

