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Tabak-Kurznachrichten Januar 2008 

Automaten umgerüstet: Ohne Jetons keine Zigaretten

Um den dort gültigen Gesetzesvorschriften zu genügen, hat British American Tobacco Schweiz (BAT) die Zigarettenautomaten in Luzern, Graubünden und Waadt auf Jetons umgerüstet. Das soll verhindern, dass Jugendliche an Zigaretten kommen. Die Zigaretten können nicht mehr mit Münzen, sondern nur noch mit einem Jeton bezogen werden, teilte BAT mit. Das Personal der jeweiligen Gaststätten händigt die Jetons nach Altersüberprüfung aus. Um die Konsumenten auf die Neuerung in den drei Kantonen aufmerksam zu machen, hängt die Tabakfirma Plakate in den Restaurants auf und schaltet Zeitungsinserate. (Zisch: 3.1.2008; 20 Minuten, 20min.ch: 4.1.2008; tagesazeiger.ch, baz.ch, bluwin, St. Galler Tagblatt, news.ch, nachrichten.ch, Rheintalische Volkszeitung: 5.1.2008; sda/ats, SHN.ch, telezüri.ch, 20 minutes, Corriere del Ticino, Die Südostschweiz: 7.1.2008).

Zürich: Gegenvorschlag zur Initiative «Schutz vor Passivrauchen»

Ohne Gegenantrag und diskussionslos hat der Kantonsrat seine Kommission für Soziale Sicherheit und Gesundheit ermächtigt, zur Volksinitiative «Schutz vor Passivrauchen» der Lungenliga Zürich einen Gegenvorschlag auszuarbeiten. (Tagesanzeiger: 8.1.2008).

Thurgau: Bald Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden?

7075 gültige Unterschriften hat das Inititiativkomitee um die Lungenliga Thurgau für seine Petition „Schutz vor dem Passivrauchen“ gesammelt – gefordert sind 4000. Das Volksbegehren verlangt, dass in geschlossenen Räumen, die der Öffentlichkeit zugänglich sind, das Rauchen verboten ist. Zu diesen gehören insbesondere die Gebäude der öffentlichen Verwaltung, der Spitäler, der Heime, der Bildungs-Kultur- und Sportstätten sowie alle Bereiche der Gastronomie. Einzig abgetrennte, unbediente und entsprechend gekennzeichnete Räume mit ausreichender Belüftung sollen Rauchenden weiterhin offen stehen. Die Lungenliga fordert den Regierungsrat auf, „das Volksbegehren möglichst rasch dem Kantonsat vorzulegen“. Regierungsrat und Kantonsparlament habe bisher eine eher abwartende Haltung an den Tag gelegt. Es seien noch zu viele Fragen offen. Im Thurgau ist kein Trend zu rauchfreien Restaurants auszumachen. Es fürchten viele Wirte um ihre Existenz. Jörg Cadisch, Präsident der Lungenliga Thurgau, geht davon aus, dass in den letzten Monaten höchstens zwei bis drei neue rauchfreie Restaurants im Thurgau entstanden sind. Er geht davon aus, dass ein Rauchverbot den Strukturwandel in der Gastronomie beschleunigen könnte. Die Ursache für das Restaurantsterben sei das drohende Rauchverbot jedoch nicht. (Kreuzlinger Nachrichten, 17. Januar 2008; Thurgauer Zeitung, 31. Januar 2008).

Rauchfreie Restaurants: Baselland könnte Ende Jahr abstimmen, Basel testet Kompromisslösung

Die Baselbieter Regierung hat die Initiative „Schutz vor Passivrauchen“ rechtsgültig erklärt. „Wir stellen uns auf einen Abstimmungstermin im vierten Quartal 2008 ein“, meint Urs Brütsch, Geschäftsführer der Lungenliga beider Basel. Im Stadtkanton ist die Situation komplizierter. Die Basler Regierung und der Grosse Rat haben sich zusammen mit dem Wirteverband Basel-Stadt auf einen „Verhaltenskodex Nichtraucherschutz“ geeinigt. Der Basler Wirteverband verpflichtet sich darin, bis Ende 2008 in 90 Prozent aller Restaurants Plätze für Nichtraucher anzubieten und 50 Prozent der gesamten Innenplätze der rund 800 Basler Beizen für Nichtraucher zu reservieren. Bleiben Basler Regierung und Parlament konsequent auf dem von ihnen beschlossenen Weg, müssen sie erst die Endergebnisse abwarten und prüfen. Der Schlussbericht des Wirteverbands soll Ende März 2009 dem Gesundheistdepartement vorgelegt werden. Im Kanton Baselland muss die Volksabstimmung über die rauchfreien Restaurants aber bis spätestens März 2009 erfolgen (18 Monate nach dem Erreichen der Initiative). Urs Brütsch befürchtet deshalb, dass nun zwei Abstimmungskämpfe bestritten werden müssen. Allerdings bestünde die Möglichkeit, im Kanton Baselland den Abstimmungstermin hinauszuschieben: Wenn das Initiativkomitee einverstanden ist, kann der Landrat eine Verlängerung der Frist zwischen dem Einreichen der Initiative und der Volksabstimmung beschliessen, bestätigt Landschreiber Walter Mundschin. (Basellandschaftliche Zeitung, AZ Fricktal: 11.1.2008).

Tessin: Interpellationen eingereicht im Bereich Jugendschutz

In Losone wurde beim Gemeinderat eine überparteiliche Interpellation zum Thema „Jugend und Rauchen“ eingereicht: Es sei zu einfach für Mittelschüler Zigaretten zu erwerben. Eingereicht wurde die Interpellation von Silvano Beretta, Carlo Ambrosini, Fabio Allisiardi, Edy Meschini, Daniele Pinoja, Francesco Frasca und Giovanni Giudici. In Brissago wurde eine Interpellation eingereicht zum gleichen Thema von Gemeinderat Edouard Wahl. (laRegioneTicino, Corriere del Ticinos: 19.1.2008; Corriere del Ticino: 22.1.2008).

Schaffhausen: Postulat im Bereich Abgabeverbot eingereicht

ÖBS-Kantonsrat Heinz Rether fordert in einem Postulat, den Verkauf von Tabakwaren im Kanton Schaffhausen an unter 18-jährige zu verbieten sowie den Zugang von Zigarettenautomaten im Freien, in Bahnhöfen und Restaurants mit alternativen Massnahmen einzuschränken. (Schaffhauser Bock, Schaffhauser Nachrichten: 22.1.2008).

Keine „Raucherinitiative“ im Kanton Aargau

Im Kanton Aargau wurde eine Initiative gegen Rauchverbote zurückgezogen. Das Bundesgetz sei ein „aktzeptabler Kompromiss“ und verhindere kantonale „Extremregelungen“, teilte das Komitee rund um den Initianten Pierre Singer mit. Eine eidgenössische Volksinitiative gegen Rauchverbote sei wegen mangelnder Unterstützung von Verbänden chancenlos, hält das Komitee fest. Daher sei die bei der Bundeskanzlei zur Vorprüfung eingereichte Initiative zurückgezogen worden. Ein Referendum gegen das eidgenössische Passivrauchgesetz lehnt das Komitee entschieden ab, weil dann jeder Kanton seine eigene Lösung mache. Im Gegensatz zu Pierre Singer ist die Lungenliga Schweiz gegen den Vorschlag des Nationalrates. Wenn der Ständerat diesen nicht korrigiere, sei die Lancierung einer Volksinitiative ein Thema, so Simon Küffer von der Lungenliga Schweiz in der NZZ vom 29.1.2008. (sda, swisscontentcorp., punkt.ch, heute, baz.ch, Blick online, T-online: 28.1.2008; Neue Zürcher Zeitung, sonntagonline.ch, Aargauer Zeitung: 29.1.2008).

Chur: Keine Angst vor Rauchverbot

Die Bündner Gastrobranche sieht der Einführung des Nichtraucherschutzes am 1. März gelassen entgegen. Umsatzeinbussen werden wegen des kantonalen Rauchverbotes nicht erwartet, Investitionen in separate Räucherräume halten sich in Grenzen. Einen einzigen Anruf von einem Wirt, der seinen Betrieb wegen des Rauchverbotes aufgeben wollte habe er bekommen, sagte Rudolf Leuthold, Chef des kantonalen Gesundheitsamtes auf Anfrage. Ansonsten herrsche einen Monat vor Inkraftsetzung des Gesetzes Informationsbedarf über die Umsetzung des Rauchverbotes. Gleiches ist beim Branchenverband Gastro Graubünden zu vernehmen. Vor allem Detailinformationen zum Vollzug des abgeänderten Gastwirtschaftsgesetzes sind laut Geschäftsführer Fluregn Fravi gefragt. (St. Galler Tagblatt, St. Galler Tagblatt online, Bündner Tagblatt, Die Südostschweiz, südostschweiz.ch: 29.1.2008; Bünder Tagblatt:, laRegioneTicino, 1. Februar 2008).

Billigzigaretten laufen schlecht

Die Billigzigaretten konnten 2007 trotz aggressiver Preispolitik mit Einführungsangeboten von 3.95 Franken zum ersten Mal seit Jahren nicht mehr zulegen. Der Import der Eigenmarken von Aldi, Coop, Denner oder Valora betrug 2007 laut einer Schätzung der Oberzolldirektion rund 390 Millionen Stück – 10 Millionen weniger als im Vorjahr. (SonntagsZeitung: 20.1.2008).

Genf: Abstimmung vom 24. Februar 2008

Am 24. Februar stimmen die Genfer Stimmbürger über eine Initiative ab, die nicht nur das Rauchen in Bars, Restaurants, Bildungs- und Freizeiteinrichtungen sowie in Verwaltungsgebäuden, Spitälern und Transportmitteln untersagen will, sondern auch abgeschlossene Raucherzimmer, so genannte Fumoirs, verbieten. Nur in Gefängnissen und Pflegeanstalten soll auch weiterhin geraucht werden dürfen, weil sie quasi als private Räume betrachtet werden könnten. Zudem soll auch in Tabakläden Rauchen gestattet sein. Wenn die Wähler die Empfehlungen der Parteien befolgen, welche alle ausser den Freisinnigen im Namen der Freiheit ablehnen, hat die Initiative gute Chancen durchzukommen. Der Grosse Rat wird noch ein Anwendungsgesetz ausarbeiten müssen, damit das Verbot in Kraft treten kann. Dieses Gesetz kann dann mit einem Referendum angefochten werden. Eine Übergangsregelung könnte gleichwohl vor dem Sommer Anwendung finden. (Tribune de Genève: 21.1.2008; Gauchebdo: 25.1.2008; Tribune de Genève: 26.1.2008; Le courrier: 27.1.2008; sda/ats, 20 min.ch/ro 20minutes französisch: 28.1.2008; Le matin bleu, Tribune de Genève: 29.1.2008; Le Temps, lacote.ch; ghi.ch, 24heures: 30.1.2008; stdg.ch Weblogs, Genève Home Informations: 31.1.2008).

Solothurn: Es bleibt bei rauchfreien Schulhäusern

Das revidierte Volksschulgesetz wurde am 29.1.2008 vom Grossen Rat in zweiter Lesung ohne Gegenstimme angenommen. Dieses gilt ab dem Schuljahr 2008/2009. Neu gilt in den Schulanlagen ein Rauchverbot, diese Forderung hatte namens der vorberatenden Kommission Erwin Sommer (EVP/Melchnau) bei der ersten Lesung erhoben. (Grenchner Tagblatt: 30.1.2008).

Uri: Neues Gesundheitsgesetz

Uri erhält ein neues Gesundheitsgesetz. Es regelt die wichtigen Belange des öffentlichen Gesundheitswesens und beschränkt sich nicht nur auf die Bekämpfung und Heilung von Krankheiten. Prävention sowie Massnahmen der Gesundheitsförderung erhalten einen grösseren Stellenwert. Die Regierung will das Rauchen in allgemein zugänglichen Räumen verbieten respektive nur in speziell abgetrennten Raucherzimmern erlauben. Die landrätliche Gesundheitskommission will nicht so weit gehen. Raucherbetriebe sollen möglich sein, wenn der Betreiber den Nachweis erbringt, dass eine Trennung von Raucher- und Nichtraucherräumen nicht möglich oder zumutbar sind. (Neue Urner Zeitung, Zisch: 26.1.2008).

Rauchverbot: Nidwalden wartet auf Bern

In diesem Jahr ist vorgesehen, dass das Rauchverbot in öffentlichen Räumen und Restaurants vor das Nidwaldner Volk kommt. Gegen das vom Landrat verabschiedete Gesundheitsgesetz, welches vom Rauchverbot in Beizen absieht, hatte die CVP das Referendum ergriffen. Die Abstimmung wird voraussichtlich am 28. September 2008 stattfinden, wenn es überhaupt eine Abstimmung gibt. Landschreiber Josef Baumgartner: „Es ist durchaus denkbar, dass die schweizerische Regelung etwa dem entsprechen könnte, was die CVP fordert.“ Dann könnte die CVP allenfalls ihr Referendum zurückziehen. (Neue Nidwaldner Zeitung: 25.1.2008).

Bundesrat Couchepin kündigt nationales Tabakprogramm an

Gesundheitsminister Pascal Couchepin (FDP) will die Zahl der Raucherinnen und Raucher massiv senken. „Ihr Anteil an der Bevölkerung ist bereits von 32 auf 30 Prozent gefallen. Ich möchte aber, dass er auf 20 Prozent zurückgeht“, so Couchepin gegenüber dem „Sonntag“. Um dieses Ziel zu erreichen lanciert Couchepin ein neues Tabakprogramm. Die Zigarettenpreise sollen weiter erhöht werden, auf eine Obergrenze will sich Couchepin nicht festlegen. Auch 10 Franken findet er aber nicht unsozial: „Denn sich selbst zu schaden ist nicht unsozial“. „Es wird mehr Einschränkungen für die Raucher geben aber ohne Übertreibungen. Über die detaillierten Präventionsmassnahmen werde er „in den nächsten Monaten“ entscheiden. Das neue Tabakprogramm soll auch dazu betragen, die Gesundheitskosten einzudämmen. Rauchen verursacht jährliche Kosten in Milliardenhöhe, was sich wiederum auf die Krankenkassenprämien niederschlägt. (Sonntag, 30.12.2008; swissinfo.org, AWP-News; Rheintalische Volkszeitung: 31.12.2008; sprechzimmer: 1.1.2008; La Quotidiana: 3.1.2008; swiss-medtech: 5.1.2008; Tages-Anzeiger: 8.1.2008).

SGK-S: Grundsätzliche Zustimmung zum Schutz vor Passivrauchen

Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) des Ständerats ist auf die 1. Teilrevision des Heilmittelgesetzes, auf die Teilrevision BVG (Strukturreform) sowie auf das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen eingetreten. Sie lehnt die Volksinitiative „für eine vernünftige Hanfpolitik mit wirksamen Jugendschutz“ ab, stimmt aber einem indirekten Gegenvorschlag zu, der die Entkriminalisierung des Cannabiskonsums für über 18-jährige vorsieht. (parlament.ch, Le Temps: 10.1.2008).

Peking: Olympische Spiele weitgehend rauchfrei

In Peking soll vor den Olympischen Spielen das Rauchen in den meisten öffentlichen Einrichtungen untersagt werden. Dazu gehören neben Bibliotheken, Museen und Bahnhöfen auch Restaurants, Schulen und Krankenhäuser. Hotels sollen demnach künftig mindestens 70 Prozent Nichtraucherzimmer bereithalten. Verstöße gegen das Verbot sollen nach dem Gesetzentwurf mit umgerechnet knapp fünf Euro bestraft werden, die Inhaber der jeweiligen Einrichtungen müssten bis zu 500 Euro Strafe berappen. (sda/ats, drs.ch: 22.1.2008; SF DRS online, 20 Minutes: 23.1.2008).

Russland für ein totales Verbot

Russlands Regierung spricht sich für ein totales Tabakwerbeverbot aus. Sollte das Parlament die Vorlage billigen, könnte Russland die Anti-Tabak-Konvention unterzeichnen. (News: 11.1.2008).

Türkisches Parlament beschliesst verschärftes Rauchverbot

Das Parlament in Ankara stimmte einem Gesetz zu, das ein umfassendes Rauchverbot für die Öffentlichkeit vorsieht. Die Regelung beinhaltet ein vollständiges Rauchverbot in Restaurants, Bars und anderen der Öffentlichkeit zugänglichen Gebäuden. In Hotels, Altersheimen, psychiatrischen Kliniken und Gefängnissen soll nur noch in eigens eingerichteten Räumen geraucht werden dürfen. Bei Missachtung des Rauchverbots drohen Geldstrafen in Höhe von umgerechnet rund 47 Franken für Einzelpersonen und rund 4700 Franken für private Einrichtungen. In der Türkei sterben nach amtlichen Angaben jährlich 110 000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Mit rund 60 Prozent bei Männern und 20 Prozent bei Frauen hat das Land einen der höchsten Raucheranteile in Europa. (sda/ats, swissinfo.org: 3.1.2008; baz.ch, txt, 4.1.2008; Schweiztouristik.ch; 7.1.2008; 20min.ch: 9.1.2008; Tribune de Genève: 25.1.2008).

Frankreich: Seit 1.1.2008 Rauchverbot in Cafés, Bars und Restaurants

Vor einem Jahr trat in Frankreich ein Rauchverbot an Arbeitsplätzen und in öffentlich zugänglichen Gebäuden in Kraft. Jetzt gilt es auch in den Cafés, Bars, Restaurants, Diskotheken und Spielkasinos. Das Gesetz sieht bei Verstössen Bussen von 63 Euro für Raucher und 135 Euro für Wirte vor. Vor allem die Besitzer der rund 19 000 Tabac-Bars fürchten um ihre Existenz. Die Vorschrift, einen separaten Raucherraum einzurichten, halten sie für unumsetzbar. (sda/ats, Le Matin: 31.1.2.2007; Le Matin: 1.1.2008; sespace.ch: 1.1.2008; sda/ats, Basler Zeitung: 2.1.2008; Tribune de Genève, NEWS, Le Matin Bleu, Le Temps, Corriere del Ticino, Basler Zeitung,, 24heures: 3.1.2008; edicom.ch: 9.1.2008).

Rauchverbot in Spanien erfolgreich

Zwei Jahre nach der Einführung eines strengen Anti-Tabak-Gesetzes in Spanien haben 1.6 Millionen Menschen im Land das Rauchen aufgegeben. Zwar sei der Erfolg nicht ausschliesslich auf die am 1. Januar 2006 geltende Regelung zurückzuführen, diese habe aber grossen Anteil daran, heisst es nach Presseberichten in einer Bilanz des Gesundheitsministeriums. Vor allem das Rauchen am Arbeitsplatz habe sich im Kampf gegen die Sucht als sehr erfolgreich erwiesen. In den vergangenen zwei Jahren sei die Zahl der verkauften Zigarettenschachteln um etwa 130 Millionen Stück zurückgegangen. (sda/ats, baz.ch: 2.1.2008).

Deutschland: Rauchverbot in acht weiteren Bundesländern

Seit 1. Januar 2008 gilt in acht weiteren Bundesländern ein umfassendes Rauchverbot in Kneipen und Restaurants. Damit ist das Rauchen in insgesamt elf Bundesländern nicht erlaubt. Bei Verstössen drohen Bussgelder. (sda/ats, google.ch: 31.12.2008; sda/ats, Le Matin: 1.1.2008).

Nikotin fördert Suizidgedanken

Raucher sind stärker selbstmordgefährdet als Nichtraucher. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie des Max-Planck-Instituts. Befragt wurden 3021 Menschen im Alter von 14 bis 24 Jahren. Der Vergleich habe ergeben, dass Selbstmordgedanken und –versuche mit zunehmendem Tabakkonsum häufiger würden. Das Selbstmordrisiko erhöht sich bei abhängigen Rauchern im Vergleich zu Nichtrauchern um das Vierfache. Die Autoren gehen von einem einseitigen Zusammenhang aus: Menschen, die zu Selbstmord neigten, beginnen demnach nicht häufiger mit Rauchen als Menschen ohne Suizidtendenzen. (Le Matin bleu: 10.1.2008; Berner Zeitung: 21.1.2008; heute-abend.ch: 28.1.2008; heute, heute-online: 29.1.2008).

Nikotin kann Parkinsonleiden lindern

Der Stoff, der Zigarettenraucher süchtig macht, kann Parkinsonleiden lindern. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von französischen Forschern, die im „European Journal of Neurology“ veröffentlicht wurde. (News: 7.1.2008).

Rauchen kann zu Hörproblemen führen

Teenager, die rauchen oder deren Mutter während der Schwangerschaft geraucht hat, haben ein höheres Risiko, Hörprobleme zu entwickeln. Forscher der Yale University haben mit Hirnscans gezeigt, dass solche Teenager mehr weisse Hirnmasse besitzen. Diese wird mit Hörproblemen in Verbindung gebracht. (SonntagsZeitung: 6.1.2008).

Rauchen begünstigt Glatzenbildung

Männer, die rauchen, haben öfter und früher eine Glatze. Zu diesem Ergebnis kommt eine taiwanesische Studie. Die Wahrscheinlichkeit, eine Glatze zu bekommen ist bei Rauchern zweimal so gross wie bei Nichtrauchern. Bei einem Zigarettenkonsum von über 20 Zigaretten leidet die Haarpracht besonders. Die Gründe für diese Erkenntnisse sind noch unbekannt. (Scelgo io 1.2.2008; Le Matin online, Le Matin Dimanche: 13.1.2008).

Rauchen erzeugt Feinstaub

Gäste von Raucherrestaurants sind einer hohen Feinstaubbelastung ausgesetzt. Das zeigen aktuelle Messungen der Lungenliga Schweiz in über 100 Restaurants. Tabakrauch produziert krebserregende Feinstaubpartikel. Die Studie zeigt, dass die Belastung durch Feinstaub in Raucherrestaurants bis zu 35 Mal höher ist als in Nichtraucherrestaurants. Die Lungenliga fordert deshalb für die ganze Schweiz rauchfreie Restaurants. Falls das Parlament nicht auf diese Forderung eingeht, droht die Lungenliga mit einer Volksinitiative. (Neue Luzerner Zeitung, drs.ch: 22.1.2008; Coop-Zeitung, SFDRS online, txt: 23.1.2008).

Nichtraucherhotels im Vormarsch

Verschiedene Zeitungen berichten positiv über den zunehmenden Trend von Nichtraucherhotels. Erwähnt werden das Hotel Ibis Winterthur als das erste Nichtraucherhotel der Accor-Hotellerie in der Deutschschweiz und das Zürcher Swissôtel, welches zum kompletten Nichtraucherhotel geworden ist. Die von der Lungenliga Zürich vor Kurzem initiierte Website www.rauchfreischlafen.ch führt in der ganzen Schweiz 295 Hotels auf, in denen die Gäste nicht unfreiwillig in Kontakt mit Rauch kommen. Tendenz steigend: Im Januar 2008 meldeten sich 36 Betriebe an. (schweiztouristik.ch, tagesanzeiger.ch, Tages-Anzeiger, Zürcher Oberlände, Aargauer Zeitung: 17.1.2008; Neue Zürcher Zeitung: 18.1.2008; Gastro Journal: 24.1.2008; Thurgauer Zeitung: 31.1.2008).

«arbeitsplatz.rauchfrei» zeichnet Gewinner aus

Im Januar erscheinen in der Schweizer Presse einzelne Artikel zu Preisübergaben bei Schweizer Unternehmen, die am Wettbewerb «arbeitsplatz.rauchfrei» mitgemacht und in der Verlosung gewonnen haben. Mit der Aktion «arbeitsplatz.rauchfrei» motivieren das Bundesamt für Gesundheit (BAG), das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) und der Verband der schweizerischen Krankenversicherer (santésuisse) Schweizer Unternehmen, für ihre Mitarbeiter rauchfreie Arbeitsplätze zu schaffen. Bereits mehr als 1'800 Betriebe beteiligen sich an der Aktion. Bis heute profitieren dadurch 200’000 Arbeitnehmende vom Engagement ihrer Arbeitgeber, geniessen eine bessere Gesundheit und eine höhere Arbeitsplatzqualität dank rauchfreier Luft. (Bieler Tagblatt, Le Journal: 12.1.2008).

„Sport rauchfrei.“: Preisverleihung

Im Januar erscheinen in der Schweizer Presse einzelne Artikel zur Preisverteilung des Wettbewerbs „Sport rauchfrei“. Unter dem Motto „Gemeinsam für rauchfreien Sport“ führte „cool and clean“ auch in diesem Jahr den Wettbewerb „Sport rauchfrei“ durch. Neu wurde der Wettbewerb in zwei Kategorien durchgeführt. Gesamtvereine und einzelne Teams konnten mit unterschiedlichen Wettbewerbsbedingungen teilnehmen. Die Teams verpflichteten sich, drei ausgewählte Commitments zu rauchfreiem Sport während dem Jahr einzuhalten und dies auf einem Plakat öffentlich kund zu tun. Die Gesamtvereine mussten ihre Statuten mit einem vorgesehenen Artikel ergänzen. (Seetaler Bote: 20.12.2007; Wiler Zeitung: 21.12.2008; Solothurner Zeitung: 29.12.2007).

„Lehre ohne Tabak“: Bargeld statt Zigaretten

Beim Projekt „Lehre ohne Tabak“ gibt es bares Geld fürs Nichtrauchen. Die Jugendlichen können einen online-Vertrag ausfüllen und sich so dazu verpflichten, ab März ein halbes Jahr lang nicht zu rauchen. Dafür haben sie die Chance, 10 x 300 Franken zu gewinnen. Bis Ende Februar kann man sich noch unter sans-tabac.ch anmelden. Auch vom neuen Computerprogramm „Smoke effects“ erhofft sich die Fachstelle für Tabakprävention Freiburg einen präventiven Effekt. Die Lernenden können sich dort ihr zukünftiges Aussehen als Raucher oder Nichtraucher ansehen. (Freiburger Nachrichten: 22.1.2008, 20 Minuten, 20min.ch, txt: 23.1.2008; La Gruyère: 26.1.2008; La Liberté: 30.1.2008; Der Murtenbieter: 25.1.2008).

Experiment Nichtrauchen

Im Januar erscheinen in der Schweizer Presse einzelne regionale Artikel zum Experiment Nichtrauchen. Über 3600 beteiligen sich schweizweit am Schulklassenwettbewerb. Als Belohnung winken Reisegutscheine für die Klasse. Der Einsatz: sechs Monate lang keine Zigaretten. (Der Landbote: 13.12.2007; Berner Rundschau, Langenthaler Tagblatt: 17.12.2007; Der Landbote: 18.12.2007).

Nigeria klagt gegen Tabakkonzerne

Die nigerianische Regierung hat vor dem obersten Gericht des westafrikanischen Landes Klage gegen drei Tabakkonzerne erhoben. Es handelt sich um eine erste solche Klage eines Entwicklungslandes.Die Regierung in Abuja fordert 44 Milliarden Dollar als Entschädigung für die Behandlung von gesundheitlichen Folgen des Rauchens vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Die Vorsitzende Richterin setzte als nächsten Verhandlungstermin den 17. März fest. Dann sollen alle Prozessbeteiligten angehört werden. Die von der Klage betroffenen Konzerne sind British-American Tobacco (BAT), Philipp Morris International und International Tobacco Ltd. Mit der Klage soll zudem ein Verbot von Zigarettenwerbung in der Nähe von Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und Kinos durchgesetzt werden. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO rauchen rund 18 Prozent der jungen Nigerianer; der Grossteil der Bevölkerung ist unter 20 Jahre alt. (sda/ats, google.ch, BAZ.ch, 20 min.ch, .ch: 14.1.2008; pressetext schweiz: 15.1.2008; zeitpunkt.ch: 17.1.2008; medsana: 24.1.2008).

Imperial Tobacco: 2007 ein Rekordjahr dank Wachstumsmärkten

Für den britischen Tabakkonzern Imperial Tobacco Group war 2007 dank guter Geschäfte in Wachstumsmärkten ein Rekordjahr. Insgesamt sei das vergangene Jahr wie erwartet verlaufen, so Unternehmenschef Gareth Davis. Der Anteil im britischen Heimatmarkt liege unverändert bei 46.4 Prozent. Dort sei der Markt wegen Rauchverboten geringfügig zurückgegangen. In Deutschland habe der Anteil bei Zigaretten und anderen Tabakprodukten in einem schrumpfenden Markt zugelegt. Wegen wiederholter Erhöhungen der Tabaksteuer sei der Gesamtmarkt um sechs Prozent zurückgegangen. (Cash, moneycab: 29.1.2008).

 

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